Das "Bündnis fir d'Trennung vu Kierch a Stat" zeigt sich verwundert über die Initiative des luxemburgischen Bistums zur Gründung eines Gremiums für Missbrauchsopfer der katholischen Kirche.
Das Bündnis setzt sich für die längst überfällige Trennung von Kirche und Staat ein. Wir fordern:
► die Kündigung der aktuellen Konventionen zwischen Staat und Glaubensgemeinschaften sowie eine Verfassungsänderung im Sinne einer Trennung von Kirche und Staat
► für den Werteunterricht in den Schulen eine zeitgemäßere Lösung anstelle der aktuellen Aufteilung in katholischen Religionsunterricht und „morale laïque“
► eine konsequente Haltung gegen religiösen Einfluss in gesellschaftspolitischen Themen
Die Initiative richtet sich dabei nicht gegen religiöse Überzeugung an sich, sondern gegen die Verhältnisse zwischen dem Staat und den Glaubensgemeinschaften. [mehr]
Zur Notwendigkeit einer öffentlichen Debatte zum Thema Trennung von Kirche und Staat
Pressemitteilung
Nach Ansicht des „Bündnis für die Trennung von Kirche und Staat“ (BTKS) sind die aktuellen Verhältnisse zwischen Staat und katholischer Kirche sowie die daraus resultierenden Privilegien der katholischen Kirche unter anderem aufgrund folgender Entwicklungen nicht mehr zu rechtfertigen:
* die äußerst zweifelhaften Aussagen der katholischen Kirche zu gesellschaftspolitischen Themen (wie z.B. Sterbehilfe, Abtreibung, Homosexualität), die sich aufgrund dogmatischer Vorstellungen jeglichem gesellschaftspolitischen Fortschritt entgegenstellen
Pressemitteilung – „maison de la laïcité“
Das Bündnis für die Trennung von Kirche und Staat reagiert hiermit auf das Regierungsvorhaben, eine „maison de la laïcité“ nach belgischem Vorbild einzurichten.
Trennung statt Verflechtung von Kirche und Staat
Das Bündnis lehnt dieses Projekt, wie es in der Regierungserklärung dargelegt ist und von der „Libre Pensée“ begrüßt wird, aus folgendem Grund ab. Eine „maison de la laïcité“, die staatlich finanziert wird, stützt das ungerechte und nicht mehr zeitgemäße Konventionssystem zwischen Staat und Glaubensgemeinschaften. Die laizistische Bewegung soll über dieses Projekt ein paar finanzielle Krümel abbekommen, damit (vor allem) die katholische Kirche den großen Rest des Kuchens weiterhin für sich beanspruchen und ihre heute nicht mehr zu rechtfertigende Privilegien schützen kann. Mit Blick auf das erklärte Ziel des Bündnisses ist dieses Regierungsvorhaben kontraproduktiv, da die Verflechtung zwischen Staat und Glaubensgemeinschaften gefestigt, anstatt aufgelöst wird, und die Trennung von Kirche und Staat somit in weite Ferne rückt.
Pressemitteilung: Gegen den Einfluss der katholischen Kirche auf die Politik
Das "Bündnis fir d'Trennung vu Kierch a Stat" hat in letzter Zeit bereits mehrfach auf den problematischen Einfluss der katholischen Kirche auf die luxemburgische Gesetzgebung in gesellschaftspolitischen Fragen hingewiesen. In den letzten Tagen ist aus dieser potentiellen Gefahr für Demokratie und Gesellschaft Realität geworden.
FGIL und Ligue de l’Enseignement: Zeit zum Handeln ist gekommen
FGIL und LLE haben mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass der Staatsrat, in seiner Stellungnahme zur Reform der Primärschulgesetzgebung, zum Schluss gekommen ist, die Einführung eines für alle Schüler einheitlichen, überkonfessionnellen Werteunterrichtes anstelle von mehreren Religions- und Moralunterrichtsfächern stelle die bessere Lösung dar an der mittelfristig kein Weg vorbeiführe. ► weiter lesen
Pressemitteilung
Gegen den zweifelhaften Einfluss der katholischen Kirche in der Euthanasie-Debatte
In einem kürzlich veröffentlichten Schreiben erklärt der Erzbischof der katholischen Kirche, dass die Depenalisierung der Sterbehilfe überdacht werden müsse. Im Verlauf des Dokumentes ist die Haltung der katholischen Kirche dargelegt, wobei aus welchen Gründen auch immer vollkommen auf eine Argumentation verzichtet und sich auf unbegründete Aussagen und realitätsverzerrende Schlagwörter beschränkt wird.
Konferenz: Humanismus und Aufklärung
Appell an die Parteien
Im Rahmen unserer Initiative fordern wir die politischen Parteien auf, neben dem Thema der Wertevermittlung in der Schule auch öffentlich und verbindlich Stellung zur Finanzierung der Glaubensgemeinschaften sowie zur der Rolle der Religionen in gesellschaftspolitischen Themen zu beziehen.
Mit Hinblick auf die anstehende Konvention mit der islamischen Glaubensgemeinschaft, die Diskussion um den Werteunterricht, sowie die Debatte um die Depenalisierung der aktiven Sterbehilfe, genießen diese drei Themen zur Zeit ein großes Medieninteresse und verdienen deshalb eine öffentliche und transparente Diskussion. Die Bürger verfügen über das Recht, die genauen Positionen und Argumente der Parteien zu erfahren. Weder ein Debattieren hinter verschlossenen Türen in der Kommission, noch ein machtpolitisches Taktieren in der Öffentlichkeit werden der Wichtigkeit dieser Fragen gerecht. In diesem Zusammenhang fordern wir eine öffentlich zugängliche Auseinandersetzung.
Da diese Fragen alle gesellschaftlichen Akteure betreffen, möchten wir zudem einzelne Organisationen und Institutionen, Befürworter und Gegner einer Trennung von Kirche und Staat aufgefordert, sich mit uns zusammenzusetzen, um gemeinsam Lösungsansätze auszuarbeiten.
Gemeinsame Stellungnahme der Ligue de l’Enseignement und der FGIL zum Werteunterricht
Die beiden Organisationen begrüßen, dass die Frage des Werteunterrichtes respektiv des Religionsunterrichtes in den öffentlichen Schulen des Landes neuerdings zu einem wichtigen Thema geworden ist und dass es in den nächsten Wochen und Monaten diesbezüglich zu hoffentlich ernsthaften Gesprächen zwischen den politischen Parteien kommen wird. ► weiter lesen
Trennung.lu stößt auch im Ausland auf Interesse
Die Debatte um die Trennung von Kirche und Staat scheint auch außerhalb von Luxemburg auf Interesse zu stoßen. So geht der humanistische Pressedienst (hpd) in einem Beitrag ausführlich auf die rezenten Entwicklungen in Luxemburg ein. ► http://hpd-online.de/node/3099



